Fallbeispiele

Fallbeispiel 1: Bekannte Vorerkrankung übersehen Abschnitt zuklappen
Screenshot

Ein 78-jähriger Patient wird im Jahr 2015 wegen einer bösartigen Neubildung am Analkanal aufgenommen und 12 Tage in der Inneren Medizin und Chirurgie eines Krankenhauses der Regelversorgung behandelt. Die Hauptdiagnose ist C21.1. Abgerechnet wurde die Fallpauschale G07C mit einem Relativgewicht von 1,444 und einem DRG-Erlös in Höhe von 4.501,47€.

In den Voraufenthalten desselben Patienten findet sich einmal eine Diabetische Polyneuropathie, welche sich auch im spezifischen Diabetes Kode E11.40 darstellt. In einem weiteren Voraufenthalt wurde die periphere Angiopathie bei andernorts klassifizierten Krankheiten kodiert und zusätzlich der spezifische Diabetes-Kode E11.50 verschlüsselt.

Der Diabetes selbst wurde im aktuellen Aufenthalt in der Kodierung nicht berücksichtigt, obwohl aus der Dokumentation die medikamentöse Einstellung ersichtlich war und mehrere Blutzuckertagesprofile in der Kurve notiert waren. Laut DKR müssen die bekannten Manifestationen des Diabetes (als Nebendiagnose) im aktuellen Aufenthalt keinen Aufwand verursachen, um kodiert werden zu können. Unter Berücksichtigung der bekannten Manifestationen der Voraufenthalte ergibt sich nun für den aktuellen Fall die Möglichkeit den Diabetes DKR-konform mit E11.72 zu verschlüsseln. Dadurch ändert sich die DRG nach G04B, und es ergibt sich ein zusätzlicher Erlös in Höhe von rund 5.128€.

Screenshot

Die Liste der im Rahmen des KQ Scoring überwachten chronischen Erkrankungen umfasst mehrere hundert Kodes. Möglicherweise vergessene Kodes werden durch ein Probe-Grouping auf ihre Erlösrelevanz überprüft, so dass ineffektive, nachträgliche Überprüfungen vermieden werden.

Fallbeispiel 2: Therapeutische Maßnahme ohne ursächlichen ICD-Kode Abschnitt aufklappen
Fallbeispiel 3: Resistenzkode ohne Erregerkode Abschnitt aufklappen